POLITISCHE FÜHRUNGSWECHSEL UND SICHERHEITSHERAUSFORDERUNGEN IN ASIEN-PAZIFIK

EUROPÄISCHE UND ASIATISCHE PERSPEKTIVEN

Das Jahr 2012 brachte umfassende Änderungen für die ohnehin äußerst komplexe Sicherheitslage in Asien-Pazifik. Die politischen Führungswechsel in den USA, China, Japan, Russland sowie Südkorea wurden vom Research Institute for National Security Affairs (RINSA) und der KAS zum Anlass genommen, um am 11. April 2013 in Seoul einen Expertenaustausch zur europäischen sowie asiatischen Wahrnehmung aktueller Sicherheits-herausforderungen in der Region zu organisieren.

Der Präsident der Korea National Defense University, Generalleutnant Sam-duck Park, sowie der stellvertretende Verteidigungsminister Südkoreas, Seung Joo Baek, thematisierten in ihren Begrüßungsreden die derzeitigen Spannungen und die gerade dadurch beispielhaft deutlich werdende Notwendigkeit eines wachsenden Austausches zwischen Europa und Asien, um den vielfältigen Sicherheitsherausforderungen der Region gemeinsam begegnen zu können. Die zu bewältigenden Aufgaben gingen jedoch weit über den Konflikt auf der koreanischen Halbinsel hinaus, so Baek. Auch die Bekämpfung von Terrorismus und insbesondere Cyber-Terrorismus sowie Piraterie seien wichtige Aufgaben, die nur durch eine intensive Kooperation der internationalen Gemeinschaft bewältigt werden könnten. Gerade nach den Wahlen von 2012 habe die veränderte machtpolitische Konstellation neue Kooperationsmöglichkeiten geschaffen, die es nun zu nutzen gelte, wie der deutsche Botschafter Rolf Mafael betonte.

Auszug aus öffentlichen Aktivitäten 2013Oberst a.D. Ralph Thiele bekräftigte die Notwendigkeit einer klaren Interessenidentifikation in Südkorea. Um die eigenen Interessen durchzusetzen, sei jedoch nicht nur das Verhältnis zu den USA und zu China wichtig, sondern auch die Kooperation mit Europa werde in Zukunft eine entscheidende Rolle spielen. Dies gelte insbesondere für die Zusammenarbeit im (maritimen) Sicherheitsbereich. Abschließend empfahl Thiele den Südkoreanern, den globalen wie regionalen Kontext genau zu analysieren und eine stärkere Kooperation mit verschiedenen Mächten anzustreben, um dadurch die eigene Bedeutung in der Region aufzuwerten. Zu diesem Punkt gab es keine Unstimmigkeiten zwischen den Diskutanten. Prof. Kim betonte, dass die von Thiele thematisierte notwendige Kooperation insbesondere auch für das langfristige Ziel einer Wiedervereinigung mit Nordkorea wichtig sei. Dafür müsse vor allem an einer intensiveren Zusammen-arbeit mit China gearbeitet werden, ohne dabei das gute Verhältnis zu den USA zu gefährden.